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Eine Unternehmerin hält die Zeichnung einer einfachen Reifenschaukel an einem Seil hoch, während ein Arbeiter stolz ein Gerüst unter dem Baum mit drei übereinander hängenden Reifen präsentiert
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Website-Briefing: eine Vorlage, die du als Inhaber selbst ausfüllst

Was ins Briefing für deine Website gehört, damit die Agentur die Aufgabe sofort versteht: zehn Abschnitte, eine fertige Vorlage mit Fragen, typische Fehler und ein Weg, drei Angebote zu vergleichen.

28.10.2026
Aktualisiert 28.10.2026
23 Min. Lesezeit

Du hast drei Agenturen dasselbe geschrieben: „Wir brauchen eine neue Website, was kostet das?“ Eine Woche später hast du drei Antworten. Die eine Agentur will so viel wie ein Gebrauchtwagen kostet, die zweite passt ins Budget einer Weihnachtsfeier, die dritte hat einen Fragebogen mit vierzig Fragen geschickt und wartet. Vergleichen kannst du diese Angebote nicht, denn jeder Dienstleister hat sich selbst zusammengereimt, was du eigentlich bestellst. Der eine hat sich eine Landingpage mit einem Bildschirm vorgestellt, der andere einen Shop mit Kundenkonto.

Genau für diesen Moment gibt es das Briefing. Das sind ein paar Seiten, auf denen du in deinen eigenen Worten erklärst, was dein Unternehmen macht, für wen die Website gedacht ist und was ein Besucher darauf tun soll. Ohne Briefing kalkuliert der Dienstleister seine Vermutungen, mit Briefing kalkuliert er deine Aufgabe. Unten findest du, was hineingehört, eine fertige Vorlage und einen Weg, drei Angebote nebeneinanderzulegen.

Damit die Beispiele nicht in der Luft hängen, begleitet uns durch den ganzen Artikel ein fiktives Unternehmen: „Perimeter“, das Videoüberwachung und Zutrittskontrolle für Lager, Büros und Wohnanlagen verkauft und montiert. Die Firma ist erfunden, die Situationen sind typisch.

1. Briefing und Pflichtenheft für die Website: der Unterschied

Diese beiden Dokumente werden oft verwechselt. Die Folge: Der Inhaber schreibt entweder eine technische Spezifikation, die er gar nicht schreiben kann, oder er schreibt überhaupt nichts, weil „das Pflichtenheft macht doch der Entwickler“.

Das Briefing beantwortet die Frage „was und wozu“. Es kommt vom Auftraggeber, in der Sprache des Geschäfts, ohne Fachbegriffe. Das Pflichtenheft, also die technische Spezifikation, beantwortet die Frage „wie genau“. Es erstellt meist der Dienstleister oder ein Analyst auf Grundlage des Briefings und der Gespräche, und es wird Teil des Vertrags.

Im deutschsprachigen Projektalltag begegnen dir dazu zwei Begriffe. Das Lastenheft schreibt der Auftraggeber: Es hält fest, was er erwartet. Das Pflichtenheft schreibt der Auftragnehmer: Es beschreibt, wie er diese Anforderungen umsetzt. Das Briefing aus diesem Artikel ist die leichtere, weniger formale Form des Lastenhefts, es genügt, um ein Angebot zu bekommen. Die technische Spezifikation, um die es hier geht, entspricht dem Pflichtenheft.

Briefing Pflichtenheft
Wer schreibt es Inhaber oder Marketingverantwortliche auf Kundenseite Dienstleister, Analyst, Projektmanager
Sprache Geschäft: Kunden, Leistungen, Ziele Technik: Seiten, Felder, Schnittstellen, Abläufe
Umfang 2-6 Seiten Einige bis Dutzende Seiten
Wann Bevor du nach dem Preis fragst Nach der Wahl des Dienstleisters, vor Projektstart
Wozu Damit der Dienstleister die Aufgabe versteht und kalkulieren kann Damit festgehalten ist, was genau gebaut wird und wie die Abnahme läuft

Wenn du nach „Pflichtenheft Website“ suchst, um damit zum Dienstleister zu gehen, brauchst du sehr wahrscheinlich ein Briefing. Die übliche Reihenfolge: Du schreibst das Briefing, der Dienstleister stellt Rückfragen, gemeinsam kommt ihr zum Pflichtenheft, und das unterschreibst du. Wenn ein Dienstleister ohne Pflichtenheft, nur „nach Briefing“, loslegen will, einigt euch wenigstens schriftlich auf eine Liste der Seiten und Funktionen. Sonst hast du bei der Abnahme nichts, womit du das Ergebnis vergleichen kannst.

2. Warum ein Briefing schreiben, wenn man alles erzählen kann

Ein Gespräch im Messenger geht verloren: Nach einem Monat weiß niemand mehr, ob eine englische Version vereinbart war und wer die Fotos machen sollte. Ein schriftliches Briefing wird zum gemeinsamen Gedächtnis des Projekts.

Die wichtigste Regel: Schreib so, dass man den Text nicht auf zwei Arten lesen kann. „Modernes Design“ verstehen alle drei Dienstleister anders. „Die Startseite soll ruhig wirken, wie die Website einer Bank, nicht wie ein Konzertplakat“ ist dagegen klar. Jede Mehrdeutigkeit im Briefing wird später zu einer Korrekturschleife, und Korrekturschleifen werden zu Zeit und Geld.

Perfekt schreiben musst du nicht. Ein ehrliches „weiß ich nicht, was empfehlt ihr?“ ist nützlicher als eine erfundene Antwort: Der Dienstleister sieht, wo seine Expertise gefragt ist.

3. Abschnitt 1. Unternehmen und Produkt: womit das Briefing beginnt

Der erste Abschnitt erklärt, wer du bist. Nicht die Firmengeschichte ab dem Gründungsjahr, sondern das, was einem Außenstehenden hilft, dein Geschäft in fünf Minuten zu verstehen.

Was du schreiben solltest:

  • was ihr macht, in einem Satz, den deine Mutter versteht;
  • die wichtigsten Produkte oder Leistungen und welche davon das meiste Geld bringen;
  • worin ihr euch von der Konkurrenz unterscheidet, ehrlich, nicht „Qualität und individuelle Betreuung“;
  • Region: eine Stadt, ein Land, mehrere Länder;
  • Pläne für ein bis zwei Jahre: neue Geschäftsfelder, neue Märkte, ein Onlineshop.

Schlecht: „Perimeter ist ein zuverlässiger Partner im Bereich Sicherheit mit langjähriger Erfahrung.“ Gut: „Wir verkaufen und montieren Videoüberwachung und Zutrittskontrolle. Das meiste Geld kommt von Lagern und Wohnanlagen, Privathäuser machen etwa ein Viertel der Aufträge aus. Uns unterscheidet ein eigener Service nach der Montage. Innerhalb eines Jahres wollen wir Geräte online verkaufen.“

Pläne sind wichtig, auch wenn sie vage sind: Kommt in einem Jahr ein Shop dazu, legt der Dienstleister eine Struktur an, die ihn tragen kann.

Wenn ihr mehrere Geschäftsfelder habt, schreib dazu, wer bei euch für welches zuständig ist. Sonst gehen die Fragen des Dienstleisters im gemeinsamen Chat unter.

4. Abschnitt 2. Was genau du bestellst: Wünsche an das Projekt

Hier beschreibst du den Rahmen der Arbeit. Der Dienstleister muss ein paar Dinge wissen.

Neue Website oder Relaunch. Wenn es schon eine Website gibt, schick den Link und schreib, was dir daran gefällt und was nicht. Ein Relaunch einer bestehenden Website mit Traffic braucht besondere Aufmerksamkeit für Seitenadressen und Weiterleitungen, sonst kannst du Positionen in der Suche verlieren. Frag den Dienstleister vorab, wie er die alten Seiten umziehen will, damit ihr Traffic nicht verloren geht.

Was schon da ist. Logo als Vektordatei, Markenfarben und Schriften, Brand Book, Fotos, Texte, Videos, Zertifikate, Kundenbewertungen. Zähl alles auf und schreib dazu, wo es liegt.

Was nicht zum Projekt gehört. Diesen Punkt lassen die meisten weg, obwohl er am günstigsten vor Streit schützt. „Das Logo wird nicht neu gezeichnet“, „Werbung richten wir nicht ein“, „die Texte schreiben wir selbst“ klärt Fragen, bevor überhaupt kalkuliert wird.

Wie viel Zeit du in das Projekt stecken kannst. Willst du jeden Zwischenentwurf sehen oder nur die wichtigsten Etappen? Wer beantwortet bei euch Fragen, und wie schnell? Der Dienstleister plant die Arbeit nach dieser Antwort.

Stil. Beschreib in Worten, welche Assoziationen die Website wecken soll, und gib Beispiele (dazu unten mehr). Für Perimeter könnte das heißen: „technisch, ruhig, keine Militäroptik und kein Schwarz-Rot, wir sind kein Sicherheitsdienst aus dem Film“.

5. Abschnitt 3. Ziel der Website und die Handlung, die der Besucher ausführen soll

Eine Website ohne Ziel wird zur Visitenkarte, die niemand aufschlägt. Formuliere, wozu du sie brauchst, und vor allem, was ein Mensch tun soll, der darauf landet.

Typische Ziele: Anfragen bekommen, online verkaufen, ein komplexes Produkt vor dem Vertriebsgespräch erklären, Abonnenten sammeln, Kunden Dokumentation bereitstellen, Mitarbeiter finden. Wähl ein Hauptziel und ein paar Nebenziele. Wenn du fünf Hauptziele hast, hast du keins.

Für Perimeter könnte das Hauptziel so klingen: „Anfragen für einen kostenlosen Vor-Ort-Termin mit einem Techniker von Lagern und Wohnanlagen bekommen.“ Die Handlung des Besuchers: ein kurzes Formular ausfüllen oder eine Nachricht im Messenger schreiben. Nebenziel: Bestandskunden finden Anleitungen und Servicekontakte und rufen dafür nicht im Vertrieb an.

Wenn es eine alte Website gibt, schreib auf, was dort funktioniert hat und was nicht: woher die Anfragen kamen, worüber sich Kunden beschwert haben.

Und einigt euch gleich auf die Messung. Standard für die meisten Websites ist heute Google Analytics 4. Was früher „Zielvorhaben“ und „Conversions“ hieß, nennt GA4 jetzt Schlüsselereignisse: ein abgeschicktes Formular, ein Klick auf die Telefonnummer, eine abgeschlossene Bestellung. Im Briefing reicht es, aufzuschreiben, welche Aktionen du zählen willst. Sie einzurichten ist Aufgabe des Dienstleisters, und das sollte besser in der Leistungsliste stehen als unter „irgendwann später“.

6. Abschnitt 4. Zielgruppe: nicht Alter und Geschlecht, sondern die Situation

Klassische Fragebögen fragen nach Alter, Geschlecht und Einkommen der Zielgruppe. Für eine Website ist wichtiger, in welcher Situation jemand auf die Seite kommt und was er braucht, um sich zum nächsten Schritt zu entschließen.

Beschreib zwei oder drei Besuchertypen nach diesem Schema: wer das ist, welche Aufgabe er lösen will, was ihn beunruhigt, was er auf der Website sehen möchte.

Für Perimeter könnte das so aussehen:

  • Lager- oder Logistikleiter. Aufgabe: Diebstähle verringern und das Gelände unter Kontrolle haben. Sorgen: Stillstand während der Montage, Kompatibilität mit vorhandenen Kameras. Will sehen: ähnliche Objekte, Zeitrahmen, wie der Service funktioniert.
  • Verwalter einer Wohnanlage oder einer Eigentümergemeinschaft. Aufgabe: Gegensprechanlage und Kameras für die Hauseingänge, abgestimmt mit den Bewohnern. Sorgen: Budget, monatliche Gebühren, wer die Wartung übernimmt. Will sehen: einen klaren Preis pro Eingang oder wenigstens das Berechnungsprinzip, Unterlagen für die Eigentümerversammlung.

Wenn du nicht weißt, wer deine Kunden sind, schreib auf, mit welchen Fragen die Leute zu deinem Vertrieb kommen. Das ist schon der halbe Abschnitt.

7. Abschnitt 5. Konkurrenz und Beispiel-Websites

Hier gibt es zwei verschiedene Listen, und die solltest du nicht vermischen.

Konkurrenz. Drei bis fünf Unternehmen, mit denen dich deine Kunden vergleichen. Nicht nur die Größten am Markt, sondern genau die, zu denen die Leute tatsächlich gehen, wenn sie nicht zu dir kommen. Schreib zu jedem dazu, was dort gut gemacht ist und was du anders machen würdest.

Beispiel-Websites. Websites aus beliebigen Branchen, die dir gefallen. Und hier gilt die wichtigste Regel des Briefings: Ein Link ohne Erklärung ist fast wertlos. „Uns gefällt Website X“ liest der Dienstleister als „kopiert Website X“, obwohl du vielleicht nur den praktischen Rechner auf einer einzigen Seite gemeint hast.

Schreib es so:

  • „Website X: Uns gefällt, dass die Preise direkt auf der Leistungsseite stehen, ohne ‚fragen Sie unseren Berater‘.“
  • „Website Y: Uns gefällt, wie die Arbeitsschritte gezeigt werden, Schritt für Schritt mit Zeitangaben. Farben und Schriften gefallen uns nicht.“
  • „Website Z: Uns gefällt die mobile Version, der Kontaktbutton ist immer unter dem Daumen.“

Füg auch ein Gegenbeispiel hinzu: eine Website, die dir definitiv nicht gefällt, und warum.

8. Abschnitt 6. Anforderungen an die Website: Funktionen, Schnittstellen, Sprachen, Corporate Design

Dieser Abschnitt ist dem Pflichtenheft am nächsten, aber auch ihn schreibst du in der Sprache des Geschäfts. Nicht „Anbindung per REST API“, sondern „Anfragen von der Website sollen in unserem CRM landen, wir arbeiten mit diesem und jenem“.

Was du aufzählen solltest:

  • Struktur und Seiten. Welche Bereiche du brauchst: Leistungen, Preise, Referenzen, über das Unternehmen, Blog, Kontakt. Die endgültige Struktur musst du nicht kennen, aber eine ungefähre Liste der Seiten beeinflusst den Preis deutlich. Wie du Menü und Struktur so planst, dass sich niemand verirrt, erklärt der Artikel über Navigation auf der Website.
  • Funktionen. Anfrageformular, Rechner, Katalog, Filter, Warenkorb, Kundenkonto, Buchung, Live-Chat.
  • Schnittstellen. Onlinezahlung (welcher Zahlungsanbieter), CRM, Versanddienstleister, Buchhaltungssystem, Newsletter, Messenger. Nenn die Dienste, die du schon nutzt.
  • Für einen Shop. Ungefähr wie viele Produkte, welche Varianten sie haben (Größe, Farbe, Ausstattung), woher Preise und Lagerbestände kommen, ob du Gutscheincodes brauchst, wie die Versandkosten berechnet werden.
  • Sprachen. Welche Sprachen, und ob alle Seiten übersetzt werden. Prüf die Sprachvorgaben der Länder, in denen du verkaufst. In der Ukraine zum Beispiel muss seit dem 16.07.2022 die Website eines Unternehmens, das an Ukrainer verkauft, eine ukrainische Version haben, die standardmäßig geladen wird, wie die Beauftragte für den Schutz der Staatssprache erläutert. Andere Sprachversionen können daneben bestehen. Google empfiehlt, jeder Sprachversion eine eigene Adresse zu geben und Besucher nicht automatisch anhand einer Vermutung über ihre Sprache umzuleiten. So ist es auch auf unserer Website gelöst: Ukrainisch liegt unter /ua/, Deutsch unter /de/, Englisch ohne Präfix, und die Sprache wechselt man selbst in der Kopfzeile.
  • Corporate Design. Wenn es schon ein Erscheinungsbild gibt, das bleiben soll, gib die Originale weiter: Logo als Vektordatei, Farbcodes, Schriftdateien oder ihre Namen, das Brand Book. Ein Screenshot des Logos aus Instagram ist kein Original.

Perimeter sollte hier auch das Ungewöhnliche erwähnen: einen Bereich mit Kameraanleitungen als PDF und ein Formular, an das man einen Grundriss der Räume anhängen kann.

9. Abschnitt 7. Termine und Zeitplan des Projekts

Projekte „ohne Deadline“ gibt es selten, und meistens ziehen sie sich endlos hin. Schreib, wann du die Website brauchst und warum genau dann: eine Messe, die Saison, der Start einer Werbekampagne, das Vertragsende mit dem alten Dienstleister.

Unterscheide zwischen festem und gewünschtem Termin. „Bis zum 1. März, weil dann die Werbekampagne startet“ ist fest. „Am liebsten bis zum Frühjahr“ ist gewünscht. Der Dienstleister plant die Arbeit dann anders.

Und plan deine eigene Zeit mit ein. Die Erfahrung zeigt: Website-Projekte verzögern sich seltener in der Entwicklung als beim Warten auf Texte, Fotos, Freigaben und Zugänge. Ein Entwurf, der zwei Wochen auf deinen Kommentar wartet, verschiebt den Start um genau diese zwei Wochen.

Das Versprechen, einen Shop mit Schnittstellen in ein paar Tagen zu bauen, bedeutet meistens entweder ein Template ohne Anpassungen oder verschobene Termine nach der Anzahlung.

10. Abschnitt 8. Budget: warum du es nennen solltest

Viele Inhaber schreiben kein Budget, weil sie fürchten, der Dienstleister „zieht“ den Preis auf die genannte Summe hoch. In der Praxis bringt ein Briefing ohne Budget drei Angebote, die auf drei verschiedenen Vorstellungen vom Projekt beruhen, und vergleichen lassen sie sich wieder nicht.

Ein Rahmen reicht: „Wir planen zwischen X und Y.“ So kann der Dienstleister eine Lösung für dein Geld vorschlagen, nicht für seine Fantasie. Bei einem kleineren Budget schlägt er zum Beispiel vor, einen Teil der Seiten aus Standardblöcken zu bauen und nur die Startseite und die Leistungsseite individuell zu gestalten.

Ein verbreiteter Irrtum: „Kleines Budget heißt CMS oder Baukasten, großes Budget heißt Individualentwicklung.“ Ein Content-Management-System (CMS) braucht fast jede Website, die der Inhaber selbst pflegen will, und auf WordPress oder anderen CMS laufen einfache ebenso wie sehr große Websites. Das Budget bestimmt eher den Umfang des individuellen Designs, die Zahl der Funktionen und Schnittstellen und die Tiefe der Vorbereitung als die Frage, ob es überhaupt ein CMS gibt.

Bitte den Dienstleister, die Kosten nach dem Start in einer eigenen Zeile zu nennen: Hosting, Domain, Lizenzen, Wartung. Was die Kosten der Entwicklung beeinflusst, siehst du auf unserer Leistungsseite Websites und Onlineshops.

11. Abschnitt 9. Ergebnisse: was übergeben wird und wer die Inhalte liefert

Eine der nützlichsten Aufgaben des Briefings ist es, festzulegen, was am Ende herauskommt. Neben Design und Code sind das Texte, Fotos, Übersetzungen, Analytics und eine Anleitung für dein Team.

Leg fest, wer wofür zuständig ist:

  • Texte. Schreibst du sie selbst, der Dienstleister oder ein eigener Texter? Wenn du selbst, dann bis wann? Ohne Texte lässt sich eine Website weder starten noch das Design richtig beurteilen.
  • Fotos und Video. Gibt es eigene Aufnahmen von Objekten, muss ein Shooting organisiert werden, oder nehmen wir vorerst Stockfotos?
  • Übersetzungen. Wer übersetzt und wer prüft.
  • SEO zum Start. Erwartest du, dass die Seiten grundlegend für die Suche vorbereitet sind: Überschriften, Beschreibungen, verständliche Adressen, Weiterleitungen von der alten Website?
  • Einweisung. Brauchst du eine kurze Anleitung oder ein Treffen, damit dein Team selbst News einstellen und Preise ändern kann?

Die Sitemap wird oft als Pflichtpunkt genannt. Tatsächlich schreibt Google, dass eine kleine Website (bis etwa 500 Seiten, die in der Suche erscheinen sollen) mit guter interner Verlinkung sie unter Umständen nicht braucht, auch wenn eine Sitemap in den meisten Fällen nützlich ist. Die meisten modernen CMS erzeugen sie automatisch, sie ist also kein eigener teurer Posten im Angebot, sondern ein Haken auf der Abnahme-Checkliste.

Zum Schluss zähl noch einmal alles auf, was übergeben werden muss: Mit dieser Liste nimmst du die Arbeit ab.

12. Abschnitt 10. Domain, Hosting, Zugänge und Betreuung nach dem Start

Der letzte Abschnitt ist der langweiligste und auf lange Sicht wohl der wichtigste.

Schreib auf, wer Domain und Hosting kauft. Die sicherste Variante: Domain und Hosting laufen auf dein Unternehmen und deine E-Mail-Adresse, und der Dienstleister bekommt Zugang für die Arbeit. Läuft alles auf den Dienstleister, gehört ihm die Website faktisch, und wenn ihr euch trennt, kann es sehr mühsam werden, die Zugänge zurückzubekommen. Was du genau bei dir behalten solltest, steht im Artikel „Dienstleister weg. Wer kontrolliert jetzt deine Website?“.

Wenn du schon eine Domain, ein Firmenpostfach oder Hosting hast, zähl sie auf und schreib dazu, wer Zugriff hat. Die Passwörter selbst gehören nicht ins Briefing: Das Briefing geht an mehrere Firmen, und Zugänge bekommt erst der ausgewählte Dienstleister, getrennt und auf sicherem Weg.

Und klärt das Leben nach dem Start: Updates, Backups, kleine Änderungen, Reaktion bei Ausfällen und was das im Monat kostet. Wenn du das Hosting selbst kaufst, lass dir vom Dienstleister bestätigen, dass der Tarif passt.

13. Briefing-Vorlage für die Website: kopieren und ausfüllen

Unten findest du eine fertige Vorlage. Antworte kurz, in deinen eigenen Worten. Wo du etwas nicht weißt, schreib „weiß ich nicht“ oder „was empfehlt ihr?“.

1. Unternehmen und Produkt - Was macht das Unternehmen (ein bis zwei Sätze)? - Welche Produkte oder Leistungen bringen den Hauptumsatz? - Worin unterscheidet ihr euch von der Konkurrenz? - Wo seid ihr tätig: in einer Stadt, einem Land, mehreren Ländern? - Welche Pläne für ein bis zwei Jahre könnten die Website betreffen?

2. Zielgruppe - Wer sind die wichtigsten Kunden (2-3 Typen)? - Welche Aufgabe löst jeder von ihnen, was beunruhigt ihn vor dem Kauf? - Welche Fragen stellen Kunden am häufigsten?

3. Ziel der Website und Handlung des Besuchers - Wozu brauchst du die Website (ein Hauptziel)? - Was soll der Besucher tun: Anfrage, Anruf, Kauf, Abo, Nachricht im Messenger? - Welche Aktionen willst du in Analytics zählen? - Falls es schon eine Website gibt: Link, was funktioniert, was nicht?

4. Konkurrenz und Beispiel-Websites - 3-5 Wettbewerber: Links und was dort gut oder schlecht ist. - 3-5 Websites, die dir gefallen: Links und was genau dir gefällt. - 1-2 Websites, die dir nicht gefallen, und warum.

5. Struktur und Seiten - Welche Bereiche brauchst du (Leistungen, Preise, Referenzen, über uns, Blog, Kontakt, anderes)? - Ungefähr wie viele Leistungs- oder Produktseiten? - Was ist auf der Startseite am wichtigsten?

6. Inhalte - Wer schreibt die Texte? Wann sind sie fertig? - Gibt es eigene Fotos und Videos? Braucht es ein Shooting? - Gibt es ein Logo als Vektordatei, ein Brand Book, Markenfarben und Schriften?

7. Funktionen und Schnittstellen - Welche Funktionen braucht ihr: Formular, Rechner, Katalog, Warenkorb, Kundenkonto, Buchung, Chat? - Onlinezahlung: ja oder nein, welcher Anbieter? - CRM, Buchhaltung, Versand, Newsletter: Welche Dienste nutzt ihr schon?

8. Sprachen - Welche Sprachen braucht ihr? - Werden alle Seiten übersetzt oder nur ein Teil? - Wer übersetzt und wer prüft?

9. Domain, Hosting, Zugänge - Gibt es eine Domain, und auf wen läuft sie? - Gibt es Hosting, ein Firmenpostfach? - Wer kauft, was noch fehlt? - Braucht ihr Betreuung nach dem Start, und in welchem Umfang?

10. Budget und Termine - Budgetrahmen für die Entwicklung. - Budget für laufende monatliche Kosten nach dem Start. - Gewünschter und fester Starttermin, und woran er hängt.

11. Wer entscheidet - Wer ist bei euch Ansprechpartner? - Wer gibt Design, Texte und Budget frei? - Wie viele Personen sind an Freigaben beteiligt? - Was gehört ganz sicher nicht zu diesem Projekt?

Der letzte Block ist keine Formalität. Wenn ein Mitarbeiter den Entwurf freigibt und am Ende der Inhaber mit „alles noch mal neu“ kommt, ist das die teuerste Änderung im ganzen Projekt.

14. Typische Fehler im Briefing

Auch eine ausgefüllte Vorlage kann scheitern. Das passiert am häufigsten:

  1. Allgemeine Worte statt Fakten. „Modern“, „stylish“, „benutzerfreundlich“, „für eine breite Zielgruppe“ sagen dem Dienstleister nichts. Ersetze jedes dieser Worte durch ein Beispiel.
  2. Links ohne Erklärung. Eine Liste mit zehn schönen Websites ohne einen einzigen Kommentar zwingt den Dienstleister zu raten, was dir daran wichtig ist.
  3. Kein Ziel, oder gleich sieben. Eine Website, die gleichzeitig verkauft, Personal sucht, unterhält, schult und Abonnenten sammelt, macht meistens nichts davon gut.
  4. Kein Budget. Die Angebote kommen aus verschiedenen „Gewichtsklassen“, und du vergleichst Äpfel mit Birnen.
  5. Inhalte „später“. Das Design wird für ausgedachte Texte gezeichnet, und die echten Texte sprengen es.
  6. Passwörter direkt im Briefing. Das Dokument geht an mehrere Dienstleister, und die Zugangsdaten landen in fremden Postfächern.
  7. Briefing als Fragebogen mit vierzig Seiten. Wenn niemand das Dokument zu Ende liest, geht das Wichtigste darin unter.

15. Wie das Briefing hilft, Angebote von Dienstleistern zu vergleichen

Wenn drei Dienstleister ein und dasselbe Briefing bekommen haben, kannst du ihre Angebote endlich nebeneinanderlegen. Schau nicht nur auf die Endsumme. Leg eine einfache Tabelle an und füll sie für jedes Angebot aus.

Was du prüfst Dienstleister A Dienstleister B Dienstleister C
Stimmt die Liste der Seiten und Funktionen mit dem Briefing überein?
Was hat der Dienstleister weggelassen oder ergänzt, und warum?
Wer liefert Texte, Fotos, Übersetzungen?
Ist die Einrichtung von Analytics und Schlüsselereignissen enthalten?
Sind Weiterleitungen von der alten Website berücksichtigt?
Auf wen laufen Domain und Hosting?
Wie viele Korrekturschleifen sind im Preis enthalten?
Termine unter Berücksichtigung deiner Freigaben
Monatliche Kosten nach dem Start
Welche Fragen hat der Dienstleister zum Briefing gestellt?

Die letzte Zeile wird unterschätzt. Ein Dienstleister, der das Briefing aufmerksam gelesen hat, kommt meistens mit Rückfragen zurück: „Was ist mit den Anleitungen für eure Kunden?“, „Woher kommen die Preise für die Geräte?“ Keine Fragen sind auch eine Information, und nicht immer eine gute.

Bei Perimeter könnte die Tabelle zeigen, dass das günstigste Angebot keine Weiterleitungen von der alten Website enthält und das teuerste ein Fotoshooting ergänzt hat, um das niemand gebeten hat. Das Gespräch über den Preis wird sofort konkret. Wie du den Dienstleister selbst, sein Portfolio und seinen Vertrag bewertest, erklärt der Schwesterartikel Webentwickler auswählen.

16. Womit du anfängst, wenn es noch kein vollständiges Briefing gibt

Für die erste Nachricht muss das Briefing nicht fertig sein. Für den ersten Kontakt reichen ein paar Sätze: was für ein Unternehmen, was gemacht werden soll und bis wann. Das Formular auf unserer Kontaktseite hat zum Beispiel nur drei Felder: Name, E-Mail und Nachricht. Das vollständige Briefing brauchst du im nächsten Schritt, wenn es um ein konkretes Angebot geht.

Wenn du schon eine Website hast und nicht sicher bist, was mit ihr nicht stimmt, ist es sinnvoll, mit einer Bestandsaufnahme zu beginnen. Dafür gibt es bei uns den kostenlosen Website-Check: Seine Ergebnisse kannst du in den Abschnitt des Briefings über die alte Website übernehmen.

17. Fazit

Ein Briefing für die Website braucht kein technisches Wissen. Es braucht ehrliche Antworten auf einfache Fragen: wer du bist, an wen du verkaufst, was ein Mensch auf der Website tun soll, wer die Texte schreibt, wie viel Geld und Zeit da ist und wer am Ende entscheidet. Das Pflichtenheft schreibt danach der Dienstleister, aber das Briefing entscheidet, ob es um deine Aufgabe geht.

Füll die Vorlage aus, auch wenn in der Hälfte der Felder „weiß ich nicht“ steht. So ein Dokument gibt den Dienstleistern schon denselben Ausgangspunkt, und du kannst Angebote vergleichen statt Preise für verschiedene Vorstellungen von einer Website. Wenn du dein Briefing besprechen oder erst einmal mit ein paar Sätzen anfangen willst, schreib uns.

18. FAQ

Für eine kleine Website reicht meistens ein Abend, wenn du in deinen eigenen Worten antwortest und die Formulierungen nicht feilst. Am längsten dauert nicht das Antworten, sondern die Suche nach Dateien: Logo als Vektordatei, Zugänge zur Domain, alte Fotos. Sammle sie parallel.

19. Quellen

  1. Google Analytics-Hilfe, Schlüsselereignisse und Conversions
  2. Google Search Central, Sitemaps im Überblick (wann eine Sitemap nicht nötig sein kann)
  3. Google Search Central, Mehrsprachige und länderspezifische Websites verwalten
  4. Beauftragte für den Schutz der Staatssprache (Ukraine), Verwendung der Staatssprache auf Websites

BRIEFING FERTIG?SCHICK ES UNS.

Oder fang mit ein paar Sätzen zu deinem Unternehmen und der Aufgabe an: Den Rest fragen wir.