Zum Inhalt springen
JETZT SPRECHEN
DE▾
Eine Frau mit leerem Korb und pinkem Schal bleibt nachts auf einem Waldweg stehen und blickt zurück: Krähen haben die Brotkrumen hinter ihr aufgepickt, in der Ferne leuchtet ein Ladenfenster
Websites

Website-Navigation und Website-Struktur: 13 Tipps, damit Menschen finden, was sie suchen

Niemand zählt Klicks, man sucht den nächsten klaren Schritt. Wir gehen Menü, Breadcrumbs, Mobilversion, Suche und 404-Seite durch: was du prüfen und wie du es beheben kannst.

28.10.2026
Aktualisiert 28.10.2026
24 Min. Lesezeit

Du öffnest deine eigene Website auf dem Handy und versuchst, eine Seite zu finden, die du vor einem halben Jahr selbst in Auftrag gegeben hast. Das Menü steckt hinter einem Hamburger-Symbol, es hat neun Punkte, zwei davon heißen „Lösungen“ und „Produkte“, und du weißt nicht mehr, worin sie sich unterscheiden. Du findest die Seite trotzdem, weil du weißt, dass es sie gibt. Wer zum ersten Mal über Google kommt, weiß das nicht. Er geht zurück zu den Suchergebnissen und öffnet die nächste Website.

Navigation sieht man nicht, solange sie funktioniert, deshalb ist sie in Meetings selten ein Thema. Dabei entscheidet genau sie, ob jemand von der ersten Seite bis zur Anfrage oder zum Warenkorb kommt. Unten findest du 13 Tipps in der Reihenfolge, in der Menschen der Navigation begegnen: vom Menü im Header bis zum Pop-up über den halben Bildschirm. Das Beispiel ist im ganzen Text dasselbe und ausgedacht: die Website eines Unternehmens, das Anlagen für eine unabhängige Stromversorgung verkauft und montiert. Solarmodule, Wechselrichter, Batteriespeicher, Generatoren, Montage schlüsselfertig, einige hundert Produkte und zwei Zielgruppen: Hausbesitzer und kleine Unternehmen.

1. Wie die Navigation deine Website beeinflusst

Die Erfahrung der Besucher (Usability der Website). Menschen kommen mit einer Aufgabe: „Ich brauche einen Wechselrichter mit 5 kW“, „Was kostet die Montage einer Anlage für ein Geschäft?“. Eine gute Website-Struktur gibt ihnen das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Eine schlechte zwingt sie zum Raten, und jedes Raten kostet Aufmerksamkeit, von der jemand mit drei offenen Tabs der Konkurrenz nicht viel hat.

Anfragen und Verkäufe. Ein Produkt, das niemand findet, verkauft sich nicht. Eine typische Situation: Ein beliebter Batteriespeicher liegt unter „Zubehör“, weil das für den Mitarbeiter bequem war, der den Katalog befüllt hat. Der Käufer sucht ihn unter „Energiespeichersysteme“, findet ihn nicht und geht dorthin, wo er ihn gefunden hat.

Suchmaschinenoptimierung. Google findet Seiten über Links und empfiehlt, dass auf jede wichtige Seite mindestens ein Link von einer anderen Seite der Website führt (Google Search Central). Struktur ersetzt keine SEO, aber ohne sie wirken Inhalte und technische Korrekturen nur halb.

Bevor du ein Menü zeichnest, schreib auf, mit welchen Aufgaben Menschen zu dir kommen, und prüfe, ob es für jede einen klaren Weg gibt. Nicht „Welche Seiten haben wir?“, sondern „Mit welchen Fragen sucht man uns?“.

2. Tipp 1. Ein verständliches Menü

Das Hauptmenü ist das Inhaltsverzeichnis der Website, das Menschen als Erstes sehen. Seine Aufgabe ist nicht, alles zu zeigen, sondern zu zeigen, wo man anfängt.

Oft heißt es, 4-7 Punkte seien richtig. Eine magische Zahl gibt es nicht, aber die Logik ist einfach: Je mehr Punkte, desto länger dauert das Lesen und desto öfter überschneiden sie sich inhaltlich. Für eine Website mit Dienstleistungen reichen meist sechs oder sieben Punkte. Bei einem Shop ist wichtiger, wie sich der Katalog öffnet.

Schlecht, in unserem Beispiel: „Startseite, Über das Unternehmen, Produkte, Lösungen, Ausrüstung, Leistungen, Projekte, News, Für Partner, Kontakt“. „Produkte“, „Lösungen“ und „Ausrüstung“ kann niemand auseinanderhalten, und „News“ und „Für Partner“ braucht nur eine Minderheit.

Besser: „Katalog, Fertige Anlagen, Montage, Umgesetzte Projekte, Versand und Zahlung, Kontakt“. Jeder Punkt beantwortet eine eigene Frage.

Für einen großen Katalog empfiehlt die Nielsen Norman Group Mega-Menüs statt mehrstufiger Dropdowns (NN/g, Mega Menus). Im Mega-Menü sieht man alle Unterkategorien auf einmal, während der Mauszeiger ab der dritten Ebene einer Kaskade abrutscht und alles zuklappt.

Was du prüfen solltest: Lässt sich der Unterschied zwischen zwei beliebigen Punkten in einem Satz erklären? Gibt es Punkte, die „von der alten Website“ übrig geblieben sind? Steht der Button für Anfragen getrennt von den informativen Punkten?

So ist es auf unserer Website: Das Hauptmenü von grandma.agency hat sechs Punkte (Leistungen, Cases, Warum wir, Über uns, Blog, Kontakt) und einen eigenen Button zur Kontaktaufnahme.

3. Tipp 2. Breadcrumbs

Breadcrumbs (Brotkrumennavigation) sind die Zeile über der Überschrift, etwa „Startseite › Katalog › Wechselrichter › Hybrid-Wechselrichter“. Sie beantworten zwei Fragen: „Wo bin ich?“ und „Wie komme ich eine Ebene höher?“. Am meisten nützen sie dort, wo die Struktur tief ist: in Shops und Katalogen. Jemand kommt über Google direkt auf die Produktseite eines Wechselrichters und will andere Hybridmodelle sehen. Ein Klick, und er ist in der richtigen Kategorie, ohne Umweg über die Startseite.

Regeln aus den Studien der NN/g (NN/g, Breadcrumbs):

  • Breadcrumbs zeigen den Platz der Seite in der Struktur, nicht den Verlauf. Kam jemand über einen Blogartikel auf den Wechselrichter, führen die Breadcrumbs trotzdem in den Katalog.
  • Die aktuelle Seite steht als letztes Element, ist kein Link und hebt sich optisch ab.
  • Breadcrumbs ergänzen das Menü, sie ersetzen es nicht.
  • Auf dem Handy kann man eine lange Kette auf die letzten ein, zwei Ebenen kürzen, die Links aber nicht so klein machen, dass man sie mit dem Finger nicht trifft.

Was Google sieht. Wenn du die Breadcrumbs zusätzlich mit BreadcrumbList-Markup in JSON-LD auszeichnest (mindestens zwei Elemente), kann Google die Kette in den Suchergebnissen statt der URL anzeigen (Google Search Central). Ein Detail, das in den meisten älteren Artikeln fehlt: Seit Januar 2025 zeigt Google in der mobilen Suche keine Breadcrumbs mehr, dort ist nur die Domain zu sehen. Auf dem Desktop sind sie geblieben, und Google rät, das Markup nicht zu entfernen (Google Search Central Blog, 2025). Das Markup ist also nützlich, aber der Hauptzweck von Breadcrumbs bleibt der Mensch auf deiner Website. Wie man solches Markup einbaut und prüft, haben wir im Artikel über Schema.org und Rich Snippets erklärt.

So ist es auf unserer Website: Die Leistungsseiten haben BreadcrumbList-Markup mit der Kette „Startseite › Leistungen › Name der Leistung“.

4. Tipp 3. Die „Drei-Klick-Regel“: ein Mythos, den du vergessen kannst

Der bekannteste Navigationstipp: Jede Seite muss in höchstens drei Klicks erreichbar sein, sonst geht man. Klingt überzeugend, wird von Daten aber nicht gestützt. Die Nielsen Norman Group nennt die Regel ausdrücklich falsch: Keine veröffentlichte Studie hat sie bestätigt, die früheste gefundene Erwähnung stammt aus einem Buch von 2001 ohne Belege, und in Joshua Porters Test von 2003 brachen Menschen eine Aufgabe nach dem dritten Klick nicht häufiger ab und waren auch nicht unzufriedener (NN/g, 2019).

Der Mythos hält sich, weil er bequem ist: Klicks lassen sich leicht zählen, die Sicherheit eines Menschen, auf dem richtigen Weg zu sein, nur schwer. Dabei ist Klick nicht gleich Klick: ein Akkordeon aufklappen und bei schwachem mobilem Netz auf eine neue Seite warten sind zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Und wer die Regel blind befolgt, zerstört die Struktur: Damit alles „in drei Klicks“ erreichbar ist, landen zwanzig Punkte im Menü, und man kann keinen davon wählen.

Was stattdessen funktioniert:

  • Ein klarer nächster Schritt. NN/g nennt das „Information Scent“: Der Linktext soll verraten, was dahinter liegt. Fünf Schritte, bei denen man sich jedes Mal sicher ist, sind besser als drei, bei denen man jedes Mal rät.
  • Ein kurzer Weg für die wichtigsten Aufgaben. „Anlage fürs Haus finden“ und „Montage bestellen“ sind von der Startseite und den Schlüsselseiten aus erreichbar, nicht nur über den Katalog.
  • Hub-Seiten. Für schwierige Entscheidungen: „Anlagen für Unternehmen“ mit fertigen Sets, Auswahl nach Verbrauch und umgesetzten Projekten.
  • Schnelles Laden. Ein Klick, nach dem man warten muss, nervt mehr als drei schnelle.

5. Tipp 4. Die Mobilversion

Für die meisten Websites ist das Handy bereits das wichtigste Gerät. Für Google auch: Es indexiert und bewertet eine Website anhand der Mobilversion und empfiehlt, dass sie denselben Hauptinhalt, dieselben Überschriften und dasselbe Markup hat wie die Desktopversion, und dass man Platz mit Akkordeons und Tabs spart statt durch das Streichen von Blöcken (Google Search Central).

Auf dem Handy verschwindet das Menü fast immer hinter einem Hamburger-Symbol. Das ist in Ordnung, hat aber seinen Preis. In einer Studie der NN/g von 2016 senkte versteckte Navigation die Nutzung des Menüs auf dem Desktop und auf dem Handy (auf dem Handy weniger stark). Auf einer der Testwebsites mit kombiniertem Menü nutzten 89 % der Teilnehmenden die Navigation, auf einer Website mit komplett verstecktem Menü 44 % (NN/g, 2016).

Was du daraus mitnehmen kannst:

  • Wenn du vier oder fünf Punkte hast, überleg, ob du sie ohne Hamburger direkt auf dem Bildschirm zeigen kannst.
  • Wenn du einen Hamburger brauchst, mach ihn gut sichtbar und beschrifte ihn mit dem Wort „Menü“.
  • Die wichtigsten Aktionen (Suche, Telefon, Warenkorb) gehören außerhalb des Hamburgers.
  • Buttons trifft man leicht mit dem Finger, und die Telefonnummer startet mit einem Tippen einen Anruf.

Ein Test in zehn Minuten: Nimm dein Handy, schalte das WLAN aus und erledige die drei wichtigsten Aufgaben der Website. In unserem Beispiel: einen Hybrid-Wechselrichter mit 5 kW finden, den Preis für die Montage herausfinden, eine Anfrage hinterlassen. Notiere, wo du gezögert oder danebengetippt hast. Wenn Seiten lange laden, fang mit der Geschwindigkeit an: Die beste Navigation rettet keine Seite, die zehn Sekunden zum Öffnen braucht.

So ist es auf unserer Website: Auf dem Handy verschwinden die sechs Menüpunkte hinter einem Hamburger-Button.

6. Tipp 5. Ein klickbares Logo

Ein Logo oben links, das zur Startseite führt, ist eine der stabilsten Konventionen im Web. Menschen klicken darauf, wenn sie sich verirrt haben. Ein Logo, das nirgendwohin oder auf „Über das Unternehmen“ führt, fällt jedem auf.

Oft liest man, ein eigener Link „Startseite“ sei überholt, weil alle das Logo kennen. NN/g ist vorsichtiger: Nicht alle verstehen ein klickbares Logo, vor allem weniger erfahrene Menschen, deshalb lohnen sich beide, das Logo als Link und ein ausdrücklicher Link zur Startseite. Das kann das erste Element der Breadcrumbs sein. Im Hauptmenü ist ein Punkt „Startseite“ dagegen meist überflüssig (NN/g, Homepage Links).

Prüfe: Das Logo ist auf allen Seiten klickbar, auch im Warenkorb, im Checkout und auf der 404-Seite, und es bleibt erreichbar, wenn der Header beim Scrollen schrumpft.

7. Tipp 6. Navigation innerhalb der Seite

Eine Seite „Montage einer Solaranlage für Unternehmen“ kann Ablauf, Preise, Fristen, Ausrüstung, Garantie, Projekte und Fragen enthalten. Wer nur den Preis braucht, sollte nicht sieben Bildschirme weit scrollen müssen.

  • Inhaltsverzeichnis mit Ankern. Eine Liste der Abschnitte am Anfang, jeder führt zu seiner Überschrift. Auf langen Seiten kann man sie seitlich fixieren.
  • Markierung des aktuellen Abschnitts. Farbe oder Unterstreichung zeigen, wo man gerade ist und wie viel noch kommt.
  • Überschriften, die erklären. „Was die Montage kostet“ ist besser als „Unser Ansatz zur Preisgestaltung“: Menschen überfliegen, sie lesen nicht.
  • Ein Button „Nach oben“ auf sehr langen Seiten, besonders auf dem Handy.
  • Keine Sackgasse am Ende. Die Seite endet mit dem nächsten Schritt: einer Anfrage, einer verwandten Leistung, einem Beispielprojekt.

Prüfe jeden Anker: Nach dem Sprung darf die Überschrift nicht unter einem fixierten Header verschwinden.

So ist es auf unserer Website: Die Blogartikel haben ein Inhaltsverzeichnis mit Ankern zu jedem Abschnitt.

8. Tipp 7. Hilfe bei der Auswahl im Sortiment

Manche Menschen wollen sich nicht selbst durch den Katalog arbeiten. Die Inhaberin eines kleinen Ladens will, dass das Licht nicht ausgeht, und nicht die Kapazität von Batteriespeichern in Kilowattstunden vergleichen.

  • Einstieg über die Aufgabe, nicht über das Produkt. Neben „Wechselrichter“ und „Batteriespeicher“ gibt es „Anlage fürs Haus finden“ und „Anlage für Unternehmen“. Das ist Navigation in der Sprache der Käufer.
  • Filter, die echte Fragen beantworten. Nicht nur „Marke“ und „Preis“, sondern auch „Leistung“, „Wie viele Stunden ohne Strom“, „Einphasiges Netz“. Einen Fachbegriff im Filter erklärst du mit einem Hinweis.
  • Ein Chat, hinter dem jemand sitzt. Die Einladung lässt sich an die Seite anpassen: auf der Produktseite eines Wechselrichters „Sollen wir dir helfen, einen passenden Speicher zu diesem Wechselrichter zu finden?“ statt eines allgemeinen „Wie kann ich helfen?“. Buttons mit Schnellantworten sparen das Formulieren.
  • Ein Formular außerhalb der Arbeitszeit. Wenn nachts niemand im Chat ist, sag das ehrlich und biete an, Kontaktdaten zu hinterlassen. Ein Chat, der bis zum Morgen schweigt, ist schlechter als gar keiner.

Extra zu Widgets: Chat- und Messenger-Buttons unten rechts verdecken auf dem Handy oft „In den Warenkorb“. Prüf das auf einem kleinen Bildschirm. Und wenn Menschen bis in den Katalog kommen, aber nicht kaufen, kann der Grund über die Navigation hinausgehen, mehr dazu im Artikel warum niemand im Onlineshop kauft.

9. Tipp 8. Klare Namen für Rubriken

Der Name eines Menüpunkts oder einer Kategorie ist ein Versprechen: Man klickt, weil man entschieden hat, dort das Richtige zu finden.

Typische Probleme:

  • Interner Jargon. „Lösungen“, „Produkte“, „Bereiche“: Für das Unternehmen sind das verschiedene Abteilungen, für den Käufer ist es dasselbe.
  • Marketingnamen. „Energie der Freiheit“ statt „Fertige Solaranlagen“. Schön, aber so sucht niemand.
  • Synonyme an verschiedenen Stellen. Im Menü „Montage“, im Footer „Installation“, im Text „Einbau“, und man ist nicht sicher, ob das dasselbe ist.

Benenne Rubriken so, wie Kunden sie in E-Mails, Anrufen und Suchanfragen nennen. Ein einfacher Test: Zeig das Menü jemandem außerhalb des Unternehmens und lass dir sagen, was hinter jedem Punkt steckt. Wo die Antwort nicht passt, sollte der Name sich ändern. Das hilft auch in der Suche: Ein verständlicher Rubrikname entspricht meist der Formulierung der Suchanfrage und wird zu einer ordentlichen Überschrift der Seite und zum Linktext für Links auf sie.

10. Tipp 9. Interne Links

Das Menü führt in die Rubriken, die Links im Text führen Menschen den Weg weiter, den sie schon gewählt haben. Jemand liest den Artikel „Wie viele Batteriespeicher braucht ein Haus?“ und kommt zum Absatz über Hybrid-Wechselrichter. Ein Link auf genau diese Kategorie an genau dieser Stelle ist nützlicher als jedes Banner.

Für Google sind interne Links der wichtigste Weg, eine Seite zu finden und zu verstehen, worum es geht. Google empfiehlt, den Linktext beschreibend, kurz und passend zu beiden Seiten zu formulieren, zu prüfen, ob er auch ohne Kontext verständlich ist, und nicht „hier“ oder „mehr“ zu schreiben. Eine ideale Zahl an Links pro Seite gibt es nicht (Google Search Central).

Link Schlecht Besser
Text „Mehr dazu hier“ „Hybrid-Wechselrichter mit 5-10 kW“
Platz Block „Das könnte dich auch interessieren“ ganz unten Der Absatz, in dem die Frage aufkommt
Ziel Die Startseite „sicherheitshalber“ Eine konkrete Kategorie oder Leistung
Technik Ein JavaScript-Button ohne Adresse Ein normaler Link <a href>

Die letzte Zeile ist wichtiger, als sie aussieht: Google kann aus einem Element ohne href nicht zuverlässig eine Adresse auslesen, ein „Link“, der nur per Skript funktioniert, existiert für die Suchmaschine also womöglich gar nicht. Und such regelmäßig nach defekten Links: Ein Produkt wird entfernt, eine Kategorie umbenannt, und ein Dutzend Artikel führt ins Leere. Das gehört zu einem technischen Audit, wie man es durchführt, haben wir im Artikel über das SEO-Audit vor dem Content beschrieben.

11. Tipp 10. Den Zustand der vorherigen Seite erhalten

Jemand setzt Filter: ab 5 kW, Hybrid, auf Lager. Er öffnet den vierten Wechselrichter, schaut sich die technischen Daten an und tippt auf „Zurück“. Und sieht den Katalog ohne Filter, ganz nach oben gescrollt.

Das Baymard Institute schreibt, dass Menschen jede Änderung eines Filters oder der Sortierung als neuen Bildschirm wahrnehmen und erwarten, dass „Zurück“ die Filter nacheinander zurücknimmt. 27 % der Websites in ihrer Studie tun das nicht, und 59 % verletzen mindestens eine von vier Erwartungen an den „Zurück“-Button (Baymard Institute, 2020). Nach der Rückkehr von einer Produktseite erwarten Menschen, an derselben Stelle der Liste zu landen. 13 % der Websites werfen sie an den Anfang zurück, und in den Tests von Baymard führte das direkt dazu, dass Menschen die Website verließen (Baymard Institute, 2020).

Was du in die Aufgabe für die Entwickler schreiben kannst:

  • „Jeder Filter und jede Sortierung ändert die Adresse der Seite, damit ‚Zurück‘ und Links auf eine gefilterte Liste funktionieren.“
  • „Nach der Rückkehr von einer Produktseite landet man an derselben Stelle im Katalog.“
  • „‚Zurück‘ schließt ein Pop-up oder eine Schnellansicht, statt die Seite zu verlassen.“
  • „In einem mehrstufigen Checkout führt ‚Zurück‘ zum vorherigen Schritt, und eingegebene Daten verschwinden nicht, auch nicht nach einem Fehler oder einem Neuladen der Seite.“

Wie das umgesetzt wird, entscheiden die Entwickler. Dir reicht es, diese Szenarien selbst durchzuspielen.

12. Tipp 11. Fehlerseiten: 404 und mehr

Eine 404-Seite erscheint, wenn eine Adresse nicht existiert: Das Produkt wurde gelöscht, ein Link wurde mit Tippfehler gedruckt, nach einem Redesign haben sich die Adressen geändert. Der Fehler selbst ist keine Katastrophe. Die Katastrophe ist eine graue Serverseite mit „Not Found“ und sonst nichts.

Was auf eine gute 404-Seite gehört:

  • Ein menschlicher Satz darüber, was passiert ist, ohne „Sie haben eine falsche Adresse eingegeben“.
  • Header und Menü der Website, damit man auf der Website bleibt.
  • Ein Weg weiter: Startseite, Hauptrubriken, beliebte Kategorien oder Produkte.
  • Suche. NN/g empfiehlt sie auf der Fehlerseite schon seit 1998 (NN/g), und der Tipp ist nicht veraltet.
  • Eine Möglichkeit zu schreiben: „Nicht gefunden, was du suchst? Schreib uns.“

Ein technisches Detail: Die Fehlerseite muss einen echten 404-Code liefern. Sieht sie wie ein Fehler aus, der Server antwortet aber „200, alles in Ordnung“, markiert die Search Console sie als „Soft 404“ (Google Search Central).

Verwandte Zustände. Wartungsarbeiten (503): Erkläre kurz, dass die Website aktualisiert wird und wann sie ungefähr zurück ist. Der Code 503 sagt Google, dass das Problem vorübergehend ist, und die Suchmaschine crawlt langsamer, wenn die Fehler aber lange anhalten, können Seiten aus dem Index fallen. Leere Kategorie oder Filter ohne Ergebnisse: Biete an, den Filter zu entfernen, oder zeig ähnliche Produkte.

Bei einem Redesign oder einem Wechsel der Plattform werden 404-Fehler massenhaft, wenn die alten Adressen nicht auf die neuen weitergeleitet werden. Ordne deshalb vor jedem Umzug jeder alten URL ihre neue zu und richte die Weiterleitungen vor dem Start ein, nicht danach.

So ist es auf unserer Website: Die 404-Seite von grandma.agency liefert den Code 404, behält den Header mit dem Menü und bietet an, zur Startseite, zu den Leistungen, den Cases, dem Blog zu gehen oder uns zu schreiben.

13. Tipp 12. Die Suche auf der Website

Für einen Shop ist die Suche die zweite Navigation, für manche Menschen sogar die erste. Manche kennen das genaue Modell und wollen nicht durch Kategorien klicken. Andere tippen „Generator für die Heizung“ und erwarten, dass die Website sie versteht.

  • Ein sichtbares Feld oben auf der Seite. Bei einem großen Katalog ist ein Eingabefeld besser als eine Lupe, die man erst entdecken muss. Auf dem Handy kann das Feld eingeklappt sein, aber die Lupe bleibt im Header.
  • Vorschläge beim Tippen. Jemand tippt „wech“, die Website schlägt Kategorien und beliebte Modelle vor.
  • Tippfehler und Synonyme. „Wechselricher“, „Inverter“, „Spannungswandler“ führen an dieselbe Stelle wie „Wechselrichter“. Ergänze die Synonymliste laufend aus echten Suchanfragen.
  • Nicht nur Produkte. Menschen suchen nach „Versand“, „Garantie“, „Montage Kyiv“. Die Antwort „Keine Produkte gefunden“ wirkt bei solchen Anfragen seltsam.
  • „Nichts gefunden“ ohne Sackgasse. Laut Baymard Institute gestaltet etwa die Hälfte der Onlineshops diese Seite so, dass sie nervt und zu Abbrüchen führt. Empfohlen werden verwandte Kategorien, alternative Suchbegriffe, beliebte Produkte und Kontakte für Hilfe (Baymard Institute).

Die Anfragen in der Suche auf deiner Website zeigen, mit welchen Wörtern Kunden deine Produkte bezeichnen und was im Katalog fehlt. Das ist fast kostenlose Marktforschung.

Wenn eine eigene Suche zu aufwendig ist, gibt es fertige Lösungen, zum Beispiel die Google Programmable Search Engine, die auf Basis von Google-Technologie die angegebenen Websites durchsucht. Für einen Blog oder eine Website mit Dienstleistungen kann das reichen. Ein Shop mit Filtern, Verfügbarkeit und Preisen braucht meist eine Suche, die in die Plattform eingebaut ist.

14. Tipp 13. Pop-ups und Hinweise

Rabatt, Newsletter, Chat, Cookies, „Installiere unsere App“, und alles in den ersten fünf Sekunden über dem Inhalt, den man eigentlich lesen wollte. Ein Pop-up ist ein starkes Werkzeug, und genau deshalb wird es so leicht missbraucht.

Google beschreibt, was konkret stört: Pop-ups über den ganzen Bildschirm, die den Inhalt verdecken, Werbedialoge, die den Zugang zum Inhalt unterbrechen (einschließlich Aufforderungen, eine App zu installieren), und Weiterleitungen auf eine eigene Seite für Einwilligung oder Dateneingabe. Stattdessen empfiehlt Google kleine Banner. Pflichtdialoge wie eine Altersprüfung, wo der Inhalt sie verlangt, fallen nicht unter diese Empfehlungen (Google Search Central).

Bestraft Google solche Pop-ups? 2017 führte Google ein eigenes Rankingsignal gegen aufdringliche Interstitials auf Mobilgeräten ein. Heute steht in der Dokumentation, dass es kein einzelnes Signal „Nutzererfahrung mit der Seite“ gibt und dass außer den Core Web Vitals andere Aspekte der Nutzererfahrung das Ranking nicht direkt verbessern (Google Search Central). Gleichzeitig warnt Google, dass aufdringliche Pop-ups es Suchmaschinen erschweren, den Inhalt zu verstehen, und die Ergebnisse in der Suche verschlechtern können, und auf unbequeme Websites kehren Menschen seltener zurück. Der Hauptgrund, Menschen nicht mit Pop-ups zu nerven, sind also die Menschen selbst, nicht die Angst vor einem Filter.

So nutzt du Pop-ups, ohne zu schaden:

  • Nicht sofort. Zeig das Angebot, wenn sich jemand schon etwas angesehen hat.
  • Eins nach dem anderen. Hängt schon ein Cookie-Banner, kann der Rabatt warten.
  • Leicht zu schließen. Das Kreuz ist sichtbar und leicht zu treffen, und ein geschlossenes Pop-up kommt nicht auf jeder Seite wieder.
  • Banner statt Pop-up. Für eine Aktion wie „kostenlose Montage bis Monatsende“ reicht oft ein Streifen über dem Header.
  • Passend zum Thema der Seite. Auf der Produktseite eines Batteriespeichers passt „Sollen wir dir helfen, einen Wechselrichter zu finden?“, ein Abo der Firmennews nicht.

15. Fazit: Checkliste für die Navigation

Geh die Liste auf dem Handy und am Computer durch:

  • Ein Menü mit wenigen Punkten, jeder beantwortet eine eigene Frage; ein großer Katalog öffnet sich als Mega-Menü.
  • Breadcrumbs auf Kategorien, Produkten und Leistungen, mit BreadcrumbList-Markup.
  • Jeder Schritt zu den wichtigsten Aufgaben ist klar, Klicks zählt niemand.
  • Das mobile Menü ist gut sichtbar, die wichtigsten Aktionen liegen außerhalb des Hamburgers.
  • Das Logo führt von jeder Seite zur Startseite.
  • Lange Seiten haben ein Inhaltsverzeichnis mit Ankern und enden mit einem nächsten Schritt.
  • Es gibt einen Einstieg „über die Aufgabe“ und einen Chat oder ein Formular, hinter dem jemand sitzt.
  • Rubriknamen sind für Menschen außerhalb des Unternehmens verständlich.
  • Links im Text stehen dort, wo die Frage aufkommt.
  • „Zurück“ führt zu denselben Filtern und an dieselbe Stelle in der Liste.
  • Die 404-Seite liefert den Code 404 und hat Menü, Suche und einen Weg weiter.
  • Die Suche ist sichtbar, versteht Tippfehler, und „Nichts gefunden“ bietet einen Ausweg.
  • Pop-ups erscheinen nicht in der ersten Sekunde und lassen sich leicht schließen.

Gute Navigation beantwortet Menschen bei jedem Schritt zwei Fragen: Wo bin ich, und wie geht es weiter? Ein schönes Menü und gezählte Klicks garantieren das nicht. Die meisten Probleme findest du in einer halben Stunde mit dem Handy in der Hand.

Wenn du einen frischen Blick von außen willst, fang mit dem kostenlosen Website-Check an. Und wenn sich die Struktur leichter neu aufbauen als flicken lässt, schreib uns zur Entwicklung von Website oder Onlineshop: Wir finden heraus, mit welchen Aufgaben Menschen zu dir kommen, und bauen die Navigation darum herum.

16. FAQ

Struktur ist, wie Seiten gruppiert und verbunden sind: Rubriken, Kategorien, Adressen. Navigation sind die Werkzeuge, mit denen man sich durch die Struktur bewegt: Menü, Breadcrumbs, Suche, Links. Eine schlechte Struktur rettet kein schönes Menü, deshalb fängst du am besten mit ihr an: Schreib die Aufgaben deiner Kunden auf und gruppiere die Seiten danach.

17. Quellen

  1. Nielsen Norman Group, The 3-Click Rule for Navigation Is False (2019)
  2. Nielsen Norman Group, Breadcrumbs: 11 Design Guidelines for Desktop and Mobile
  3. Nielsen Norman Group, Mega Menus Work Well for Site Navigation
  4. Nielsen Norman Group, Hamburger Menus and Hidden Navigation Hurt UX Metrics (2016)
  5. Nielsen Norman Group, Homepage Links Remain a Necessity
  6. Nielsen Norman Group, Improving the Dreaded 404 Error Message (1998)
  7. Google Search Central, Strukturierte Daten für Navigationspfade (BreadcrumbList)
  8. Google Search Central Blog, Vereinfachte Anzeige der URL in mobilen Suchergebnissen (2025)
  9. Google Search Central, Best Practices für Links
  10. Google Search Central, Best Practices für die Mobile-First-Indexierung
  11. Google Search Central, HTTP-Statuscodes und Netzwerkfehler
  12. Google Search Central, Aufdringliche Interstitials und Dialoge vermeiden
  13. Google Search Central, Nutzererfahrung mit der Seite in den Google-Suchergebnissen
  14. Baymard Institute, 4 Design Patterns That Violate "Back" Button UX Expectations (2020)
  15. Baymard Institute, Return Users to the Same Place in the Product List (2020)
  16. Baymard Institute, 5 Proven UX Strategies For "No Results" Pages

BESUCHER VERLAUFEN SICH?WIR ZEIGEN DEN WEG.

Wir schauen uns Struktur und Navigation deiner Website mit den Augen neuer Besucher an und sagen dir, was zuerst dran ist.